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Ratgeber

Guide11 Min. geschätzte LesezeitVeröffentlicht am 27.07.2026

Hörgerät, Ehering, Zahnersatz weg: wer im Pflegeheim haftet und was die Versicherung deckt

Ein Hörgerät kostet mehr als eine Woche Pension und verschwindet mit einer Regelmässigkeit, die Ihnen niemand ankündigt. Ein pauschaler Haftungsausschluss im Heimvertrag ist nach Obligationenrecht unwirksam, soweit es um Absicht und grobe Fahrlässigkeit geht — und die AHV zahlt an Hörgeräte nur in Intervallen. Hier stehen die Handgriffe für den Eintrittstag.

Warum dieser Ratgeber zählt

Gedacht, um die Unsicherheit von Familien zu verringern, die Kosten, Dringlichkeit, Wartelisten und reale Optionen verstehen müssen.

Der Anruf, der immer kommt

«Wir finden das Hörgerät nicht.» Oder den Zahnersatz. Oder den Ehering, den sie seit fünfzig Jahren trug.

Man wird Ihnen sagen, dass das vorkommt, dass gesucht wird, und man wird Ihnen eine Zeile im Heimvertrag zeigen, wonach für persönliche Gegenstände nicht gehaftet wird. Viele Familien hören dort auf, kaufen neu und sagen nichts mehr.

Zwei Dinge lohnt es zu wissen. Erstens: Ein Hörgerät kostet oft mehr als eine Woche Pension. Zweitens: Diese Zeile im Vertrag hat Grenzen, die im Gesetz stehen.

Was ein Haftungsausschluss nicht kann

Aus dem Heimvertrag ergeben sich Obhutspflichten — für die Person und für ihre Sachen. Und das Obligationenrecht zieht eine klare Linie: Eine im Voraus getroffene Vereinbarung, welche die Haftung für rechtswidrige Absicht oder grobe Fahrlässigkeit ausschliesst, ist nichtig.

Das heisst nicht, dass das Haus für alles einsteht. Es heisst, dass «wir haften für nichts» keine vollständige Antwort ist — besonders dann nicht, wenn die Sache während einer Leistung des Hauses verschwand: in der Wäscherei, bei der Körperpflege, beim Zimmerwechsel.

Die Versicherung, an die niemand denkt

Das ist der Punkt, der am meisten Geld spart und fast immer übersehen wird. Das Zimmer im Heim ist versicherungstechnisch der neue Haushalt.

  • Wird die Wohnung aufgelöst, endet damit in der Regel die bisherige Hausratversicherung. Wer sie einfach kündigt, steht ohne Schutz da — genau ab dem Moment, in dem das Risiko steigt.
  • Melden Sie den Eintritt ins Heim der Versicherung und lassen Sie die Police auf das Zimmer anpassen, mit passender Versicherungssumme. Das kostet wenig und deckt Diebstahl und Beschädigung.
  • Fragen Sie ausdrücklich nach Brille, Hörgerät und Zahnersatz. Sie sind oft nur beschränkt gedeckt — lassen Sie sich die Antwort schriftlich geben.

Das Intervall, das den Verlust teuer macht

Die AHV leistet Beiträge an Hörgeräte, aber nur in bestimmten Zeitabständen. Wer ein kürzlich finanziertes Gerät verliert, zahlt das nächste bis zum Ablauf des Intervalls selbst.

Deshalb ist das Gespräch über den Umgang mit Hörgeräten und Zahnersatz das lohnendste, das Sie mit dem Heim führen — und zwar vor dem Verlust, nicht danach.

Die fünf Handgriffe am Eintrittstag

  1. Eine unterschriebene Inventarliste dessen, was einzieht: Kleidung, Brille, Hörgeräte, Zahnersatz, Uhr, Ehering, Geräte. Kopie mitnehmen.
  2. Fotos der wertvollen Stücke, mit Datum.
  3. Wertsachen gegen Quittung in Verwahrung geben, wo ein Tresor vorhanden ist. Unersetzliches bleibt besser zu Hause: ein Foto auf der Kommode statt eines Erbstücks im offenen Nachttisch.
  4. Alles kennzeichnen, auch Alltagskleidung. Die gemeinsame Wäscherei ist der erste Ort, an dem Dinge verschwinden.
  5. Prothesen: nach dem Ablauf fragen. Wo werden sie nachts aufbewahrt, wer nimmt sie heraus und setzt sie ein, wie sind sie beschriftet.

Das persönliche Geld

  • Verlangen Sie eine regelmässige Abrechnung des Kontos für persönliche Auslagen, mit Einzelposten.
  • Bei Ergänzungsleistungen ist ein Betrag für persönliche Auslagen vorgesehen, dessen Höhe kantonal festgelegt wird. Prüfen Sie, dass er tatsächlich zur Verfügung steht und nicht stillschweigend gegen offene Posten verrechnet wird.
  • Besteht eine Beistandschaft, gehören diese Beträge in die Rechnungslegung gegenüber der KESB — führen Sie sie von Anfang an mit.
  • Kein Bargeld im Zimmer. Es ist die häufigste Quelle gegenseitiger Verdächtigungen und endet für alle schlecht.

Wenn schon etwas fehlt

  1. Schriftlich melden, am selben Tag: was fehlt, wann zuletzt gesehen, wer anwesend war.
  2. Inventarliste und Verwahrungsquittung anfordern. Fehlen sie, spricht das für Sie.
  3. Schriftlich fragen, was zur Suche unternommen wurde — Wäscherei, Nachbarzimmer, Fundsachen.
  4. Ersatz verlangen, wenn der Verlust während einer Leistung des Hauses eintrat.
  5. Bei Diebstahlsverdacht Anzeige erstatten und die Heimleitung informieren.

Wenn nichts geschieht

Schreiben Sie der Heimleitung mit einer Frist. Danach: die kantonale Aufsichtsstelle, die dem Heim die Betriebsbewilligung erteilt, sowie Pro Senectute oder die Sozialberatung Ihrer Gemeinde für die Begleitung. Alle kosten nichts.

Der praktische Punkt

Passen Sie die Hausratversicherung auf das Zimmer an, bevor die Wohnung aufgelöst wird — das ist der teuerste Fehler in diesem Artikel. Machen Sie die Inventarliste am Eintrittstag, kennzeichnen Sie alles, geben Sie Wertsachen gegen Quittung ab und fragen Sie nach dem Prothesen-Ablauf. Und melden Sie einen Verlust schriftlich am selben Tag.

Zeigt sich dabei, dass dieses Haus nicht das richtige ist, gibt Ihnen Curalune Hilfe den Startpunkt: 3–5 passende Einrichtungen für die tatsächliche Situation innerhalb von 24 Arbeitsstunden, mit Kontaktdaten, Links und einer fertigen Nachricht an alle gleichzeitig. CHF 99 einmalig. Hier starten

Die Grenzen von Freizeichnungsklauseln, der Umfang von Hausratversicherungen im Heim, die Beitragsintervalle der AHV an Hilfsmittel sowie die kantonal festgelegten Beträge für persönliche Auslagen bei Ergänzungsleistungen richten sich nach Bundesrecht, kantonalen Regeln und dem einzelnen Vertrag und werden regelmässig angepasst. Kostenlose Beratung bieten Pro Senectute, die Sozialberatung Ihrer Gemeinde und die kantonale Aufsichtsstelle. Dieser Artikel ist allgemeine Information und ersetzt weder Rechtsberatung noch medizinische Hinweise. Curalune vergibt keine Heimplätze und garantiert keine Verfügbarkeit.

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