Zum Hauptinhalt springen

Ratgeber

Guide11 Min. geschätzte LesezeitVeröffentlicht am 28.07.2026

Sie geht nicht mehr: wie Sie im Heim Physiotherapie bekommen — und wer sie zahlt

Physiotherapie ist nicht in der Heimtaxe enthalten. Sie wird ärztlich verordnet und läuft über die Grundversicherung — mit Franchise und Selbstbehalt, was viele Familien überrascht, wenn die erste Rechnung kommt.

Warum dieser Ratgeber zählt

Gedacht, um die Unsicherheit von Familien zu verringern, die Kosten, Dringlichkeit, Wartelisten und reale Optionen verstehen müssen.

Curalune Hilfe

Wählen Sie, wie viel Sie selbst übernehmen möchten

Sie erhalten die Auswahl und kontaktieren selbst – oder Curalune übernimmt auch Kontakte und Nachfassen.

Curalune Hilfe
Sie kontaktieren

Sie wissen nicht, bei welchem Heim Sie anfangen sollen?

Ein Mitarbeiter vergleicht die zu Ihrem Fall passenden Heime — Gebiet, Budget, Betreuungsbedarf — und übergibt Ihnen eine Auswahl von 3–5 geprüften Namen mit den richtigen Kontakten.

Die Garantie bezieht sich auf die Suche und gewährleistet weder Verfügbarkeit noch Aufnahme noch öffentliche Finanzierung.

CHF 99 einmaligKein Abo
Curalune Hilfe Komplett
Wir kontaktieren

Möchten Sie alles uns überlassen?

Mit Curalune Hilfe Komplett wählen wir die passenden Heime aus und übernehmen dann die mühsamste Runde — wir kontaktieren sie, fassen bei denen nach, die nicht antworten, und halten Sie über die Rückmeldungen auf dem Laufenden, bis zur schriftlichen Zusammenfassung. Wir betreuen drei Fälle gleichzeitig.

CHF 399 einmaligKontakte und Nachfassen inklusiveKein Abonnement

„Das ist der Abbau"

Vor drei Monaten ist Ihre Mutter noch mit dem Rollator in den Speisesaal gegangen. Heute wird sie gestossen. Auf Nachfrage hören Sie eine Variante von: „Das ist der Verlauf, das bringt das Alter mit sich." Manchmal stimmt das. Sehr oft nicht — und die Erklärung ist banaler: Es hat schlicht niemand Physiotherapie veranlasst.

Wer zuständig ist — und wer zahlt

Fast alle Angehörigen nehmen an, Therapie gehöre zu dem, was das Alters- und Pflegeheim leistet. Sie zahlen eine beachtliche Taxe; die Bewegung wird schon dabei sein.

Ist sie in der Regel nicht. Physiotherapie ist eine ärztlich verordnete Leistung und läuft über die obligatorische Krankenpflegeversicherung — also die Grundversicherung —, nicht über die Heimtaxe. Der Eintritt ins Heim ändert daran nichts: Ihre Mutter bleibt versichert wie zuvor.

Daraus folgt ein Punkt, der Familien regelmässig überrascht: Weil es über die Grundversicherung läuft, greifen Franchise und Selbstbehalt. Die Behandlung ist also gedeckt, aber nicht in jedem Fall kostenlos. Klären Sie das vorher, statt sich über die erste Rechnung zu ärgern.

Und klären Sie die praktische Frage: Es muss jemand ins Haus kommen. Fragen Sie die Pflegedienstleitung, mit welcher Praxis das Heim tatsächlich zusammenarbeitet und wie oft sie kommt — nicht, ob es „Therapie gibt".

Was Sie konkret verlangen

Nicht die Pflegefachfrau im Gang ansprechen. Schreiben Sie an die Pflegedienstleitung und vereinbaren Sie einen Termin beim Heimarzt oder beim Hausarzt:

  • Eine ärztliche Verordnung für Physiotherapie mit einem schriftlichen Ziel: Erhalt der Gehfähigkeit, Sturzprophylaxe, Kontrakturprophylaxe.
  • Name der Praxis, Frequenz, Beginn — und wer die Folgeverordnung im Auge behält, wenn die erste Serie ausläuft. Auslaufende Verordnungen bemerkt sonst niemand.
  • Was in der Pflegeplanung zur Mobilisation steht, und wer sie täglich ausführt.
  • Ein datierter Ausgangsbefund. Wenn niemand notiert hat, was sie im Januar konnte, kann Ihnen niemand sagen, was sie verloren hat.

Fragen Sie zusätzlich nach Ergotherapie und, bei Schluckproblemen oder nach einem Hirnschlag, nach Logopädie. Beide werden regelmässig vergessen, und eine unbehandelte Schluckstörung endet in einer Aspirationspneumonie.

Denken Sie auch an die freie Arztwahl: Der Arzt, der das Heim betreut, muss nicht der Arzt Ihrer Mutter bleiben, wenn er die Frage nicht ernst nimmt.

Wichtiger als die Sitzungen: der Alltag

Zweimal zwanzig Minuten pro Woche halten niemanden auf den Beinen, wenn die übrigen sechseinhalb Tage im Sessel stattfinden. Entscheidend ist die tägliche Routine — und dafür ist das Heim zuständig.

Verlangen Sie, dass Folgendes in der Pflegeplanung steht:

  • zu Tisch gehen statt gefahren werden, wo es sicher möglich ist;
  • eine tägliche kurze Gehstrecke in Begleitung, dokumentiert;
  • aufstehen und ankleiden statt im Nachthemd bleiben;
  • zum Essen ausserhalb des Betts sitzen;
  • der Rollator in Reichweite, auf der stärkeren Seite. Der häufigste unsichtbare Grund, warum jemand aufhört zu gehen, ist das Hilfsmittel am anderen Ende des Zimmers.

Wenn es heisst, das bringe nichts mehr

So pauschal ist das falsch. Auch ohne Aussicht auf Verbesserung gibt es ein klares Ziel: Erhalt des Vorhandenen und Vermeidung von Verschlechterung. Verhindert wird damit Konkretes und Endgültiges:

  • Kontrakturen — Gelenke, die sich dauerhaft verkürzen und Waschen und Ankleiden schmerzhaft machen;
  • Dekubitus, weil ein unbewegter Körper immer auf denselben Stellen liegt;
  • Stürze und Frakturen, die aus Muskelabbau und Gleichgewichtsverlust entstehen, nicht aus dem Alter an sich;
  • Lungenentzündungen bei längerem Liegen.

Wird die Verordnung abgelehnt, verlangen Sie die Begründung schriftlich und fragen Sie, wie stattdessen Kontrakturen und Stürzen begegnet werden soll.

Prüfen Sie gleichzeitig die Medikamente. Blutdrucksenker, Schlafmittel und Neuroleptika machen unsicher auf den Beinen. Wer nicht mehr geht, hat manchmal kein Muskel-, sondern ein Medikamentenproblem — verlangen Sie eine Überprüfung der gesamten Medikation.

Wenn nichts geschieht

  1. Schriftliches Gespräch mit Pflegedienstleitung und Arzt, Fragen vorab per E-Mail, mit Aufnahme in die Pflegeplanung und einem Termin.
  2. Einsicht in die Pflegedokumentation: Was ist zur Mobilisation eingetragen — und wird es durchgeführt?
  3. Die Heimkommission oder der Bewohnerrat, wenn das Haus insgesamt niemanden mobilisiert.
  4. Die kantonale Aufsichtsstelle über die Pflegeheime. Die Zuständigkeiten sind von Kanton zu Kanton verschieden — fragen Sie im Zweifel bei der Gemeinde nach der richtigen Stelle.
  5. Die Krankenkasse, wenn es um Kostengutsprache und Verordnung geht.

Die Frage vor der Heimwahl

Falls Sie noch suchen: Fragen Sie nicht, ob es Physiotherapie gibt — das bejaht jedes Haus. Fragen Sie: „Mit welcher Praxis arbeiten Sie zusammen, wie viele Bewohnerinnen erhalten aktuell Physiotherapie, und wer kümmert sich um die Folgeverordnungen?" Der letzte Teil unterscheidet die Häuser.

Und wenn Sie die Suche nicht selbst führen möchten: Sagen Sie uns Region, Pflegebedarf und Zeitrahmen — Sie bekommen eine Auswahl an Häusern, die einen Anruf wert sind, für CHF 99. Erhalten Sie nicht mindestens 3 Häuser, die zu Gebiet und Kriterien passen, erstatten wir den vollen Betrag. Hier starten

Dieser Artikel ist eine allgemeine Information für Angehörige und ersetzt keine medizinische Beratung. Ob eine Verordnung angezeigt ist, entscheidet die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt; Kostenbeteiligung und Aufsichtszuständigkeiten richten sich nach Versicherungsmodell und Kanton. Curalune vergibt keine Heimplätze und garantiert keine Verfügbarkeit.

Weniger zahlen ist vor allem eine Frage der Anträge

Was eine Familie am Ende zahlt, entscheidet weniger der Heimtarif als drei Anträge. Ergänzungsleistungen (EL) decken die Differenz, wenn Rente und Vermögen den Heimplatz nicht tragen — niemand wird in einem anerkannten Heim wegen fehlenden Vermögens abgewiesen, aber die EL müssen beantragt werden und laufen nicht rückwirkend über längere Zeiträume. Dazu kommt die Hilflosenentschädigung der AHV, die unabhängig vom Vermögen ausgerichtet wird und sehr häufig vergessen geht. Und: Ein Teil der Pflegekosten wird von der Krankenkasse übernommen — prüfen Sie in der Heimrechnung, was als Pflege und was als Pension verrechnet wird.

Pflegeheime in der Umgebung

Drei Heimprofile für Ihre eigene Prüfung

Vorschläge nach Standort, nicht nach individuellem Pflegebedarf. Verfügbarkeit und Eignung müssen Sie direkt mit den Heimen bestätigen.

Weitere nützliche Artikel